Teilproblem 1: Die meissten Ingenieursposten werden nicht mit einem Ingenieur besetzt, weil man dort das durch Studium erworbene Fachwissen eines Ingenieurs braucht sondern weil man jemanden mit einem Titel auf diesem Posten haben will - unabhängig davon, ob das fachlich überhaupt in irgendeinem Zusammenhang steht. Oder anders gesagt: es werden keine Ingenieure sondern Abteilungsleiter gesucht. Im Bereich “Informatik” habe ich auf diesem Posten Doktortitel unterschiedlichster Coleur erlebt - Biologen, Theologen, Quantenphysiker; aber noch nie einene Informatiker.
Teilproblem 2: Wärend des Studiums bekommt eine Bandbreite von (sagen wir mal) 100 Themen gelehrt, das Wissen beschränkt sich also pro Teilgebiet auf 1%. Benötigt werden auf der Fachstelle aber 5 Themen und die aber vertieft. Das sind aber oft Themenbereiche, die man sich auch durch interne oder eigene Weiterbildung in einer wesentlich kürzeren Zeit als 6 Semester aneignen kann. Es gilt immer der Grundsatz: wer keinen Draht zu einem Fach hat, dem nützt das beste Studium nichts. Oder auch hier anders gesagt: in vielen Fällen ist das Studium eigentlich vertane Zeit. Ein Ingenieur nach 3 Jahren Studium muss 1-2 Jahre Erfahrungen sammeln bis er Gewinn abwirft was einer Ausbildungszeit von 4-5 Jahren entspricht - in dieser Zeit (sofern fachbezogen weitergebildet) könnte man eigentlich auch jemanden frisch von der Schule wesentlich besser auf seinen Job ausbilden (imho) und ihn bereits fachbezogen und “Geldbringend” einsetzen. Manche junge Branchen (wie zb. die Spieleindustrie) hat es da (noch) einfach weil es dort noch nicht so die vorgegebenen Ausbildungsmöglichkeiten gibt. In der Softwareentwicklung bricht der Diplomwahn immer mehr durch, Seiteneinsteiger haben es immer schwerer.
Monthly Archives: März 2011
Probleme des Ingineursstudiums
Studieren, was einen nicht interessiert? - Zeiterfassung und Chemikalien
Man sollte immer etwas studieren, was einem auch Spaß macht. Studiert beispielsweise Chemie, wenn man kein Interesse daran hat. Verbringt die 10 besten Jahre eures Lebens in stinkenden Labors, um nach stupiden Studienplänen hirnlos nach Rezept das nachzu”kochen” (nur zur Übung, nicht zur Strafe) was vor euch auch schon 50.000 andere in identischer Form gemacht haben (ich sage nur - für die Eingeweihten - Jander-Blasius) - wenn ihr nicht grade stupide-linear in einem komplett “verschulten” System ohne jeglichen kreativen Ansatz Scheine sammelt. Dabei immer schön das Zeiterfassungsprogramm (logmytime.de) laufen lassen, denn Chemikalien sind ja gefährlich.
Erwerbt Fertigkeiten und Fähigkeiten die keiner, und ihr schon gar nicht, jemals wieder brauchen wird. Und das wichtigste: blos keinen eigenen Gedanken äussern! Konzentriert euch auf Fächer, in denen Stumpfsinn und Kreativität miteinander vertauscht sind. Und das alles, damit ihr hinterher (wenn ihr zu den paar Prozent gehört die den Schwachsinn bis zum “Doktor” (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,748543,00.html) durchhalten) mit dem Köfferchen in der Hand als “Pharmareferent” Klinken putzen könnt - wenn ihr denn überhaupt so einen Job kriegt.
Mit viel Glück schafft ihr es aber auch einen Job zu ergattern bei dem ihr für den Rest eures Lebens Bodenproben analysieren, oder als Alibichemiker bei einer Müllrecyclingfirma (http://www.sita-deutschland.de/C12570F300305DF2/CurrentBaseLink/W26NSBLU645SIKODE) arbeiten dürft. Alternativ - wie wäre es mit Physik? Auch nett - vielleicht kriegt ihr dann ja mal (natürlich ohne jeden Bezug zum Studium) einen Job als Programmierer bei Siemens, falls die jemals wieder einstellen? Suuper. Jedenfalls wenn man einen Hang zum Masochismus hat. Dann doch lieber was studieren was einem auch schon/noch während des Studiums Spass macht und Kreativität sowie eigenständiges Denken fördert.

